Aktuelle Corona-Information vom 10. Juli 2020

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner,

sehr geehrte Zu- und Angehörige,

es ist – in Anlehnung an die Umstände – ein unliebsame Gewohnheit geworden, Sie über die aktuelle Corona-Situation auf diesem Weg zu informierten.

Die Grundsituation hat sich im Haus St. Benedikt seit der letzten Information vom 08. Juli nicht verändert.

Allen Bewohnern geht es gut. Die erkrankten Bewohner zeigen nach wie vor – und Gott sei Dank – keine Symptome.

Durch die Kontakte zwischen den erkrankten Bewohnern und den  Mitarbeitern in der bewohnernahen Versorgung wurden die ersten Mitarbeiter vorsichtshalber und per Ordnungsverfügung in häusliche Quarantäne geschickt. Sie sind aber nicht erkrankt und durch ein Sonderverfahren auch im Dienst. Aber in der Privatzeit müssen Sie sich in häuslicher Quarantäne aufhalten. Für viele Mitarbeiter ist es bereits die zweite Quarantäne seit April, bei einer Kollegin gar die dritte Quarantäne. Das hinterlässt Spuren und zeigt, dass der Beruf deutliche Auswirkung auf die private Situation hat. Bei einer Kollegin bedeutet dies gar, dass sie jetzt ihren Urlaub nicht antreten kann.

Wir tappen nach wie vor im Dunkel, was die Ursachen des erneuten Ausbruchs im Haus St. Benedikt angeht.

Am gestrigen Tag war eine Abordnung des Kreises Steinfurt (Gesundheitsamt, Krisenstab und WTG-Behörde/vormals Heimaufsicht) zur Beratung und Begehung in der Einrichtung. Hierbei sind keine Mängel am Hygienekonzept und der Arbeitsweise im Haus bekannt geworden. Allenfalls sollen die Sichtbarrieren in der Personalschleusen und im Isolierbereich, die durch einen Vorhang abgegrenzt sind, entweder durch eine Bodenmarkierung oder durch Raumteiler ausgetauscht werden. In einigen Fällen war die Auszeichnung mit dem Anbruchdatum auf den Flaschen in den Desinfektionsmittelspendern fehlerhaft. Diese Dinge sind bereits am gleichen Tag geändert worden. Im guten und konstruktiven Miteinander des Kreises (ich möchte das Engagement hier nochmals deutlich lobend würdigen) können sich weder der Krisenstab noch wir als Einrichtung die Ausbruchsursache erklären. Und: Wüssten wir nicht, dass das Corona-Virus da wäre, dann würden wir es aufgrund der derzeitigen Symptomfreiheit aller Bewohner und Mitarbeiter im Traum nicht vermuten. In Einzelfällen gehen wir davon aus, dass durch die Testung tote DNA des Virus festgestellt wurde (z.B. aus einer vorherigen Infektion). Auch das Robert-Koch-Institut nimmt derartige Thesen an. In diesen Fällen wäre eine Übertragbarkeit nicht mehr gegeben. Aber dies lässt sich so einfach nicht feststellen – und damit bleibt es eine Vermutung.

Hinsichtlich der Berichterstattung in der Lokalzeit Münsterland möchte ich noch einen Sachverhalt konkretisieren. In dem Interview, das ich gegeben habe (der WDR ist auf uns zugekommen), ging es mit keiner Silbe um die Besucherregelung. Allenfalls habe ich – bei allen humanitären Umständen – das Besuchsrecht von Menschen mit nachgewiesener Infektion als problematisch kommuniziert. Leider ist im Rahmen der Berichterstattung in der Lokalzeit Münsterland mit dem anschließenden Interview bzw. Studiogespräch der Eindruck erweckt worden, dass der Ausbruch in Recke ein Umstand der Besucherregelungen sei. Ich möchte klarstellen: Dies war von unserer Seite weder beabsichtigt noch beeinflusst. Ganz im Gegenteil: Wir wissen um die Ursachen des Umstandes nichts. Und da helfen Vermutungen gar nicht. Natürlich kann das Virus auch durch Mitarbeiter eingetragen worden sein, natürlich können sich Bewohner auch bei Spaziergängen angesteckt haben, natürlich kann es auch durch die Besucher eingetragen worden sein. Aber es bleibt immer ein kann, kann, kann. Wir selbst hegen keinerlei Vermutung – schon gar nicht einen Vorwurf. Wenn überhaupt richtet sich der Vorwurf gegen die Heimtücke des Corona-Virus und der Nichtbeherrschbarkeit. Es ist uns wichtig, dass Sie das wissen sollten.

Am heutigen Tag werden erneut all Mitarbeiter und alle Bewohner getestet. Sechs Tage nach Ausbruch der Infektion macht dies Sinn, um a) eine weitere Ausbreitung einzudämmen und b) etwas mehr zu den Ursachen zu erfahren.

Drücken Sie den Bewohnern und uns die Daume. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Wir halten Sie weiterhin auf dem Laufenden – möglichst vor der Presse.

Freundliche Grüße

Einrichtungsleitung

Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.