Aktuelle Corona-Information vom 17. September 2020

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner,
sehr geehrte Zu- und Angehörige,


Nach nahezu zwei Monaten ohne eine aktuelle Coronameldung ist es uns wichtig, Sie auf dem Laufenden zu halten. Und wenn wir uns auf diesem Weg über einen Zeitraum von mehr als acht Wochen nicht melden, dann ist dies in der Regel ein gutes Zeichen. Und so ist es auch.


Natürlich sehen wir die aktuellen Geschehnisse, die steigenden Infektionszahlen und eine allgemein zunehmende liberale Haltung zu den Schutzmaßnahmen mit Sorge.


Wir können Ihnen nur die Gewissheit zusagen, dass wir als Mitarbeiter konsequent die Hygiene- und Schutzregeln einhalten. Und wenn ich in den vergangenen Tagen mit Kolleginnen und Kollegen über Urlaub und Freizeit gesprochen habe, dann kann ich Ihnen nur sagen, dass alle Mitarbeitenden mit und in ihrem Freizeitverhalten inkl. der entsprechenden Einschränkungen und auch gegenüber der beruflichen Rolle sehr umsichtig und verantwortungs-bewusst sind. Zudem bieten wir den rückkehrenden Kolleginnen und Kollegen nach dem Urlaub und vor Dienstantritt an, dass sie sich auf Kosten der Einrichtung testen lassen können – unabhängig vom Urlaubsort und Reiseziel.


Das wir in den vergangenen acht Wochen keine weiteren Risiken zu verzeichnen hatten, liegt im Wesentlichen auch daran, dass Sie als An- und Zugehörige die Besucherregelungen akzeptieren und mittragen. Sie sind in dieser Rolle und Verantwortung wichtig. Hierfür möchte ich mich außerordentlich bedanken.


Natürlich verzeichnen wir eine vermehrte Diskussionsfreudigkeit, die Besucherregelungen in Frage zu stellen. Und wir verzeichnen – auch bei den Bewohnern – eine vermehrte Motivation, die Besucherregelung bis an die Grenzen auszureizen – und darüber hinaus. Bedauerlicherweise bringt uns in die Rolle und Situation, stetig prüfend und regulierend die Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu kontrollieren. Ich darf an dieser Stelle deutlich sagen, dass uns dies unangenehm ist.


Derzeit gilt die Besucherregelung in Anlehnung an die derzeit gültige Allgemeinverfügung NRW und der CoronaSchutzVerordnung unverändert und
wurde am durch die Aktualisierung zum 01. September 2020 bestätigt. Wenngleich diese in den Formulierungen mitunter indifferent sind, verweist das Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales stets auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, die umzusetzen sind. Und genau diesen Empfehlungen folgen wir. Daher sind der Verhandlungsspielraum und unsere Diskussionsbereitschaft bedauerlicherweise überschaubar.


Ich möchte allseits daran erinnern, dass die Grundmotivation und –bemühung immer noch die ist, die Bewohner, Mitarbeiter und Angehörigen zu schützen. Hierbei möchte ich an die drei verstorbenen Bewohner im April erinnern, die an und mit Corona verstorben sind. Und ich darf Ihnen vielleicht von einer Kollegin berichten: Diese hat in der ersten Aprilwoche der Corona-Infektion im Isolierbereich des Hauses St. Benedikts gearbeitet und hat sich hierbei – trotz intensiver Schutzmaßnahmen – mit dem Virus infiziert. Seit dem 14. April ist diese Kollegin nun erkrankt. Aufgrund der Folgeerkrankungen und der andauernden gesundheitlichen Beeinträchtigungen steht derzeit noch nicht fest, ob sie wieder vollends gesunden wird. Bei allem Verständnis für die belastende Situation bitte ich, hierüber nachzudenken und lade dazu alle Zweifler, Unvorsichtigen und Diskussionsfreudigen herzlich ein.


Natürlich – und verständlich – werden wir vermehrt mit Aussagen konfrontiert, dass in anderen Altenheimen die Besucherregelung großzügiger ausgelegt werden, z.B. was den Punkt Terminierung betrifft. Ich spreche mich stets mit anderen Trägern und Einrichtungsleitern bezüglich der individuellen Besucherregelungen ab und kann dabei keine wesentlichen Abweichungen feststellen. Aber haben Sie Verständnis auch dafür, dass wir bedauerlicherweise bereits mehr als schmerzhafte Erfahrungen mit dem Virus machen mussten. Diese Erfahrung fehlt – Gott sein Dank – vielen anderen Einrichtungen.


Daher bleibt es vorerst bei der bekannten und geübten Besucherregelung – bis auf eine Ausnahme: Es sind nun wieder alle Besucher zugelassen – unabhängig von Verwandschaftsgrad. Das bedeutet also, dass auch Enkel und Urenkel wieder zugelassen sind. Wir bitten jedoch darum, das mögliche Infektionsrisiko stets eigenverantwortlich zu ermessen im Angesicht von Kita-Zugehörigkeiten, Schulbesuchen, Teilnahme an sportlichen Aktivitäten, etc.. Ferner möchten wir darum bitten:
 Weiterhin Termine zu vereinbaren und Besuchszeiten einzuhalten.
 In geschlossenen Räumen den Mund-Nasen-Schutz durchgängig zu tragen.
 Wenn möglich, Abstandsgebote einzuhalten.


Die Besucherregelungen liegen in ausgedruckter Form neben den Ihn bekannten Screeningbögen und laden zum Mitnehmen ein.


In den kommenden Wochen finden Testungen von Mitarbeitern und Bewohner in Altenheimen statt – veranlasst durch den Kreis Steinfurt. Dies geschieht
derzeit auch schon in den Schulen – und die Berichte hierzu dürften bekannt sein.


Vermehrt wurden wir mit dem Hinweis konfrontiert, dass wir durch die Besucherlisten gegen datenschutzrechtliche Vorgaben verstoßen, weil dort auch die Adressen anderer Besucher einsehbar sind. Das stimmt. Allerdings handelt es sich hier lediglich um die Kontaktdaten, die personenbezogenen Daten des Screenings liegen nicht offen aus. Und: Der Infektionsschutz steht für mich vor dem Datenschutz. Für den Fall der Fälle ist es wichtig, mögliche Infektionsketten durch den schnellen Zugriff auf Kontaktdaten frühestmöglich und schnellstens verfügbar zu haben. Einzellisten sind hierbei nicht hilfreich. Die tagesaktuellen Daten (Kontaktlisten, Screeningbögen, etc.) werden von uns jeden Abend in Gänze gescannt und in eine Dateiablage archiviert. Dies erlaubt es uns, zu jeder Zeit und von jedem Ort aus den Gesundheitsbehörden die Daten zukommen zu lassen. Fragwürdige Verstöße gegen den Datenschutz nehme ich hierbei billigend in Kauf und denke an das übergeordnete Ziel im Rahmen des Infektionsschutzes, der wichtig ist für Bewohner, Mitarbeiter und Besucher. Ich darf Ihnen in diesem Zusammenhang garantierten, dass wir alle Daten nach einer vierwöchigen Aufbewahrung datenschutzrechlich konform vernichten (Löschung von Daten, Vernichtung der Formulare durch ein zertifiziertes Aktenvernichtungsunternehmen).


Die Mitarbeiter unterziehen sich vor jedem Dienstantritt einem Mitarbeitermonitoring, das mit dem Screening für die Besucher vergleichbar ist. Auch haben wir immer mal wieder unklare Gefährdungslagen durch Bewohner, Mitarbeiter oder Besucher, die dann – bis zur Feststellung der Sachlage – zu einem zeitgleich eingegrenzten lockdown führen. Aber es handelt sich hierbei stets um Vorsichtsmaßnahmen.


Was gibt es sonst noch Neues?
Die Gottesdienste als Wortgottesdienst finden wieder statt (immer nur zwei Wohnbereiche), auch die ersten Veranstaltungen haben wir wieder mit den entsprechenden Abstandgeboten durchgeführt. Der Eisonkel kommt wöchentlich, Frisöre und Therapeuten sind vollends eingebunden und auch die Kollegen aus der Küche gehen wieder in die Wohnbereiche, um am Büffetwagen das Mittagessen anzubieten. Mit den Betreuungsangeboten, die in den Wohnbereichen stattfinden, haben wir zumindest wieder ein geordnetes soziales Leben geschaffen – Sie als Besucher sind hierbei ein wichtiger Bestandteil. Die Musiktherapeutin kehrt im September wieder zurück – erst einmal im St. Josefshaus in Halverde. Auch die Klinikclowns werden wieder im St. Josefshaus in Erscheinung treten. Dies alles wird kontaktlos vollzogen und ist somit in weiten Teilen auch ein Ausprobieren, ob diese Begleitungsformen so möglich sind.


Wir merken derzeit, dass die Bewohner gerne wieder vor dem Haus in den Terrassenbereichen sitzen möchten. Dort bekommt man(n) und Frau auch mehr vom allgemeinen sozialen Leben mit. Da dieser Platz sehr limitiert ist und zu Problemen bei der Einhaltung der Abstandgeboten führt, werden wir nun aus den uns zugeflossenen und bewohnerorientierten Spendenmitteln und mit Eigenkapital den Sitzflächenbereich vor dem Haus erweitern. Hierfür wird die Rasenfläche vor der Verwaltung gepflastert und mit einer einfriedenden Bepflanzung abgegrenzt. Denn wir alle müssen uns darauf einlassen, dass wir über einen längeren und langen Zeitraum mit dem Corona-Virus zu leben haben. Hierfür gilt es, auch die entsprechenden Flächen und Räume zu schaffen. Ferner werden wir noch einen Teil neue Pflegebetten bestellen, die in Ihrer Funktion so angelegt sind, dass wir auch Menschen mit hoher Immobilität mit dem Bett in den Garten fahren können. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Spenderinnen und Spendern bedanken, die sich bis zum jetzigen Zeitpunkt mit Zuwendung an der Realisierung des Terrassenbaus betätigt haben. Hierzu zählt die politische Ebene (Bürgermeister, Parteien) ebenso wie Vereine, Verbände, Banken und viele, viele Einzelspender. Herzlichen Dank.


Vermutlich haben Sie bei Ihren Besuchen in beiden Häusern Mitarbeiter angetroffen, die Ihnen nicht bekannt sind. Wir haben in der Urlaubszeit in Teilen auf Mitarbeiter aus Zeitarbeitsunternehmen zurückgegriffen. Derzeit sind einige Mitarbeiter erkrankt. Uns war indes wichtig, dass die Kolleginnen und Kollegen in der Sommerzeit auch den vereinbarten Urlaub nach zwei überstandenen Corona-Krisen erhalten, ohne dass es zu einem immensen Aufbau von Mehrarbeit und Überstunden kommt. Und wir bleiben nach wie vor dem Gesetz der Trennung der Wohnbereiche treu. Dies gilt selbstredend auch für den Personaleinsatz. Wir danken für Ihr Verständnis.


Bleiben Sie vorsichtig und gesund!


Freundliche Grüße

Andreas Plietker
Einrichtungsleitung