Aktuelle Corona-Situation – Stand 20. Mai 2020

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

es ist nun schon einige Tage her, dass wir letztmalig über diesen Weg informiert haben.

Dies ist aus mehrerlei Hinsicht bestimmt ein gutes Zeichen. Es zeigt um einen, dass sich derzeit die allgemeine Lage etwas beruhigt Dies gilt nicht nur für das Leben außerhalb der Einrichtung, sondern auch für die beiden Einrichtungen Haus St. Benedikt und St. Josefshaus. Daran haben Sie als An- und Zugehörige einen wesentlichen Anteil. Ich darf mich bedanken, dass Sie die Besucherregelungen – mit all den Unannehmlichkeiten und Absurditäten – akzeptieren und einhalten. Dies ist in Zeiten, in denen scheinbar alles in Frage gestellt wird, eine Sicherheit für uns als Mitarbeiter und sorgt dafür, dass wir uns im Wesentlichen auf unsere Aufgaben konzentrieren können, nämlich die Pflege und Betreuung Ihrer Angehörigen. In diesem Zusammenhang darf ich vielleicht noch hinzufügen, dass wir auch in Halverde für die Schlechtwetterphasen einen innenliegenden Besucherpunkt eingerichtet haben, den Sie bitte bei den Kollegen in Halverde erfragen.

Andererseits bekommt das Leben in den Häusern wieder eine – wenn auch andere – Alltäglichkeit. Therapeuten, Fußpfleger und Frisöre sind wieder da – und das ist auch gut so. Die Küche versorgt die Bewohner wieder mit den Buffetwagen – es ist eine deutlich andere Qualität als ein Tablettsystem. Der Garten selbst steht den Bewohnern uneingeschränkt zur Verfügung und ist auch weiterhin ausschließlich zu diesem Zweck für Besucher und Spaziergänger gesperrt. Und schlussendlich hatten Sie etwas Zeit, sich von den manchmal umfangreichen Informationen zu erholen.

Alles, was nun an „Freiheiten“ wieder den Weg in den Alltag findet, muss vor dem Hintergrund einer nach wie vor bestehenden Infektionsgefahr organsiert werden. Aber ich denke, diese Erfahrungen machen wir derzeit alle. Die Rücknahme von Schutzregeln und die Rückkehr in das alltägliche Leben ist eben auch eine besondere Herausforderung, zumal dies in unterschiedlichen Lebensbereichen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten vollzogen wird.

Ich möchte zu Fragen der ärztlichen Versorgung Stellung beziehen, zumal dies zuvor mit Unannehmlichkeiten verbunden war.

Wenn eine stationäre Behandlung in einem Krankenhaus notwendig sein sollte, dann ist eine vierzehntägige Quarantäne nicht mehr notwendig. Dies sagt auch die Allgemeinverfügung des Landes NRW. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass vor Entlassung aus dem Krankenhaus dort eine Testung durch Abstrich im Hals –und Nasenbereich erfolgte und dass das Ergebnis negativ ist. Und: Der zurückkehrende Bewohner muss zuvor im Krankenhaus vor Entlassung 48 Stunden symptomfrei sein. Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, ist eine Quarantäne bei der Rückkehr nicht mehr durchzuführen.

Bei auswärtigen Arztbesuchen sieht die Situation etwas anders aus. Derzeit – und auch hier sind wir auf Ihre Kooperation angewiesen – sollten nur unbedingt dringend notwendige und erforderliche ärztliche Besuche vorgenommen werden, zumal die Einrichtungen nach wie vor durch die Hausärzte wirklich gut versorgt und betreut sind. Sofern ein Besuch beim Arzt notwendig sein sollte, wäre es zumindest nett, wenn sich der Bewohner bei der Rückkehr wenigstens für zwei Tage in eine freiwillige Quarantäne begibt. Wie gesagt, es handelt sich um eine Freiwilligkeit. Wir haben jedoch mit dem Ausbruch der Infektion im Haus St. Benedikt festgestellt, dass es genau diese 48 Stunden waren, die uns gefehlt haben und zu einer Verbreitung der Infektion führten. Das gleiche Vorgehen möchten wir auch für die Fälle empfehlen, in denen eine ambulante Behandlung im Krankenhaus notwendig sein sollte.

Ferner haben mich die Kollegen gebeten, noch etwas zum „Fensterln“ im Haus St. Benedikt zu sagen. Das ist – sofern die Zimmer nicht an den abgesperrten Garten angrenzen – nach wie vor möglich. Aber das Fenstern ist ein normaler Besuchstermin und sollte am Empfang vereinbart werden. Wir möchten damit vermeiden, dass neben den vereinbarten Besuchen viele Menschen zeitgleich auf dem Gelände sind, was u.U. dazu führt, dass die nach wie vor gültigen Kontaktregeln verletzt werden. Und aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen wissen wir, dass wir auch hier auf Ihre Kooperation zählen dürfen.

Wir wurden in den vergangenen Tagen mehrfach gelobt für unsere Art der Information. Durchaus sind auch überregionale Medien auf uns aufmerksam geworden. Ich möchte an dieser Stelle nochmals deutlich machen, dass es uns einzig und allein darum ging und geht, Sie als An- und Zugehörige vernünftig und transparent zu informieren. Das dürfen Sie von uns in solchen Zeiten erwarten.

Alles andere an Aufmerksamkeit hätte ich Ihnen und uns gerne erspart, weil hierfür der Preis zu hoch war und ist.

Sofern in den kommenden zwei Wochen keine weltbewegenden Veränderungen eintreten, haben Sie vor uns wieder etwas Ruhe. Ich persönlich darf mich zumindest bis zum 08. Juni zwecks Urlaub verabschieden.

Herzliche Grüße.

Andreas Plietker

-Einrichtungsleiter-

Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.