Aktuelle Corona-Situation – Stand 20. u. 21. April 2020

Die vergangenen zwei Tage standen deutlich im Zeichen von Hoffnung und Freude. Wir wissen mit dem heutigen Tag, dass sechs Bewohner das Corona-Virus überstanden haben. Wir freuen uns sehr, für die Bewohner, für die An- und Zugehörigen und für die Kolleginnen und Kollegen, die im Isolationsbereich arbeiten. Erstmals seit drei Wochen sind damit die Zahlen der Erkrankten rückläufig. Dies gibt allen Kollegen die „zweite Luft“ am Tag Vier der 7-Tage-Schicht mit 12 Stunden Diensten pro Tag. Am Ende dieser Woche werden die Mitarbeiter dann auch wieder in den normalen Regeldienst zurückkehren und können nach dem Dienst zurück nach Hause. Wir hoffen, dass in den kommenden Tagen weitere Bewohnerinnen und Bewohner über das Testergebnis die Bestätigung erhalten, dass Sie das Virus besiegt haben.

Dennoch sind einige Bewohnerinnen und Bewohner nach wie vor an dem Corona-Virus erkrankt. Und der Allgemeinzustand gibt durchaus auch Anlass zur Sorge.

Die Zimmerquarantäne in den Wohnbereichen 2a und 3 haben wir am Sonntag aufheben können. Schön, dass die Bewohner sich einander wieder begegnen können. Es sind die ersten vorsichtigen Schritte hin zu einem halbwegs normalen Alltag. Die Pflege- und Betreuungsmitarbeiter sind ferner bemüht, möglichst viele Spaziergänge anzubieten. Hierfür haben wir den Garten für die Allgemeinheit gesperrt. Die Sonne und die frische Luft tun allen gut. Den starken Wind nehmen wir dafür billigend in Kauf.

Am gestrigen Tag konnte Frau Antonia Alkemeier ihren 100 Geburtstag feiern. Wir gratulieren ihr auf das Herzlichste zu diesem besonderen Jubeltag. Hierfür haben wir das „Fensterln“ erlaubt, sodass unter Einhaltung der Kontaktregeln zumindest für einen Moment der persönliche Kontakt zur Familie da war, umrahmt von einem Konzert mit Peter Jung aus Hopsten. In diesen Genuss konnten auch viele andere Bewohner kommen. Peter – Dankeschön!

Wenn man die Situation mit Humor nimmt, so könnte man sagen, dass es ja toll ist, wenn man (oder Frau) mit 100 Lebensjahren noch „ befensterlt“ wird. Aber natürlich wäre es schöner gewesen, wenn Antonia Alkemeier diesen besonderen Jubeltag im Kreise der Familie hätte feiern können. Wir hoffen, dass alle zu einem späteren Zeitpunkt dieses Fest gebührend „nachfeiern“ können.

Wir werden in den vergangenen Tagen des Öfteren mit der Frage konfrontiert, ob nicht erste zaghafte Besuche der Angehörigen möglich sind. Wir können diese Wünsche von allen Seiten gut verstehen. Es gibt in verschiedenen Einrichtungen erste Versuche, zumindest im Außenbereich und nach Terminabsprache unter Einhaltung von Kontakt- und Schutzregeln in begründeten Einzelfällen begleitete Besuche anzubieten. Ich möchte Sie hier alle noch um ein wenig Geduld bitten, auch in dem Wissen, dass die Geduld auf allen Seiten bereits arg strapaziert ist. Aber: Wir machen derzeit mit all dem erfahrenen Leid und den Mühen der Infektionen erste zaghafte Schritte aus der Krise. Ich darf vielleicht sinnbildlich die Überquerung eines strömenden Baches bemühen. Wir treten nach und nach auf die ersten Steine. Und erst wenn wir das Gefühl haben, dass wir unter Abwägung der Risiken einen festen Tritt in der Strömung haben, unternehmen wir den nächsten Schritt. Und ich denke, dass dieses Vorgehen sicherlich im allgemeinen Interesse ist – oder zumindest sein müsste. Nach drei Wochen sind derzeit auch die Kollegen am Ende ihrer Kräfte – und trotzdem muss es weitergehen. Und es wäre schön, wenn Ihre Erwartungen als An- und Zugehörige mit den Regenationsphasen der Mitarbeiter Schritt halten. Vielen Dank hierfür.

Vermutlich haben einige Leser am gestrigen Tag die WISO-Sendung im ZDF gesehen. Hierbei ging es um die Hotelunterbringungen von Mitarbeitern für den Fall, dass das Corona-Virus im Altenheim oder Krankenhaus ausgebrochen ist. In dem Bericht wurde auch das Haus St. Benedikt erwähnt und gezeigt. Ich habe vor vierzehn Tagen dem ZDF auch ein Interview gegeben, in dem es um das Befinden der Mitarbeiter unter Quarantäneunterbringung im Hotel ging. Ich hatte bei der Gelegenheit die hohe Bereitschaft und das Verständnis der Mitarbeiter und Bewohner erwähnt, gemeinsam diese Krise zu bewältigen. Mir ist am gestrigen Abend aber deutlich geworden, dass es hierbei nicht um die positive Botschaft ging, sondern eher um die Bedenken und negativen Seiten. So danke ich der im Bericht vorgestellten Schwester Uta aus irgendeinem Krankenhaus sowie der Vertreterin der Gewerkschaft VERDI, die sich vehement gegen diese Lösung ausgesprochen haben. Es hat mir zumindest gezeigt, welch großer Rückhalt die Dienstgemeinschaft im Haus St. Benedikt und im St. Josefshaus ist. Bei allem Verständnis: Mit der Schwester Uta wäre die Lösung der Krise in Recke durchaus zu einem noch größeren Problem geworden. Und es zeigt sich erneut: Bad news are good news!

Wir haben uns in den vergangenen Newslettern bei vielen Menschen in unterschiedlichen Rollen bedankt – und der Dank war und ist aufrichtig. Wir sind im Moment grundsätzlich sehr dankbar und demütig. Demut – nicht im Sinne einer Unterwürfigkeit, sondern in der Definition des Mutes zum Dienen. Aber Sie kennen das vielleicht – fängt man an, sich bei Einzelnen zu bedanken läuft man Gefahr, einzelne Menschen zu vergessen. Daher möchte ich mich an dieser Stelle – und ich danke für den Hinweis – auf das Herzlichste bei den Kolleginnen der Gebäudereinigung Lasch bedanken. Sie müssen wissen: Wer derzeit bei uns – auch wenn es eine Fremdfirma ist – im bewohnernahen Kontakt arbeitet, muss sich zumindest nach Dienstende in häusliche Quarantäne begeben. Mit dem eigentlichen Dienst ist es dann nicht getan. Also: Vielen Dank und herzliche Grüße.

In den vergangenen Tagen habe ich viele positive Rückmeldung für die Art unserer Information als Newsletter erhalten, den Sie per Mail bekommen oder auf unserer Webseite oder auf facebook lesen können. Ich danke für die Rückmeldung, möchte aber deutlich machen, dass dies nur der diskriptive Versuch ist, das derzeitige Leben im Haus St. Benedikt zu beschreiben und zu erklären. Ich leite diese Rückmeldungen jeweils gerne an die Kolleginnen und Kollegen im Haus weiter. Denn letztendlich ist das Wort nur Wort und leblos, wenn dahinter nicht das gelebte Leben steht.

Erinnern möchten wir, dass Sie die Bewohner in den Wohnbereichen auch per Mail erreichen können, z.B. mit Fotos, Bildern oder Videos. Bitte geben Sie hierbei im Betreff den Bewohnernamen an, damit wir wissen, wohin die Botschaft gehen soll.

Zur Erinnerung:

Wohnbereich 1                  bewohnerwb1@haus-st-benedikt.de

Wohnbereich 2n               bewohnerwb2n@haus-st-benedikt.de

Wohnbereich 2a               bewohnerwb2a@haus-st-benedikt.de

Wohnbereich3                   bewohnerwb3@haus-st-benedikt.de

Wir hoffen und wünschen uns, dass wir Sie auch in den kommenden Tagen mit weiterhin guten Nachrichten erfreuen können. Bleiben sie gesund.

Herzliche Grüße im Namen der Dienstgemeinschaft.

Andreas Plietker

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